Bahá'u'lláh

In der Mitte des 19. Jahrhunderts während einer Zeit größter Leiden, heftigster Verfolgung und höchster Bedrängnis - für Ihn, für Seine Familie und für Seine Freunde - empfing Bahá'u'lláh (arab. für "Herrlichkeit Gottes") Seine Berufung als Träger einer neuen göttlichen Offenbarung für die ganze Menschheit. Einer Offenbarung, die sich im Laufe der Zeit als fähig erweisen sollte Menschen aller Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und sozialen Hintergründe im Dienst an der Menschheit zu vereinen, indem sie ihnen half, ihrer gemeinsamen Wurzeln bewusst zu werden, Vorurteile zu überwinden, sich als Mitglieder einer großen Menschheitsfamilie und als miteinander verbundene Teile eines Organismus zu begreifen, sich der ewigen Quelle des Lebens und der Weisheit zuzuwenden und dadurch inspiriert gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für eine bewusste Gestaltung der Gesellschaft zum Wohle aller Völker und der ganzen Erde.

 

"Ich war nur ein Mensch wie andere und schlief auf Meinem Lager - siehe, da wehten die Winde des Herrlichsten über Mich und gaben Mir Kenntnis von allem, was war. Diese Sache ist nicht von Mir, sondern von Dem, welcher allmächtig und allwissend ist. Und Er gebot Mir, Meine Stimme zu erheben zwischen Erde und Himmel, und um dessentwillen befiel Mich, worüber ein jeder Mensch mit Einsicht weinte."

 

Für Seinen Einsatz für Prinzipien wie Gerechtigkeit, Überwindung von Vorurteilen jeglicher Art, Gleichwertigkeit von Mann und Frau, Einheit der Menschheit, Versöhnung der Religionen, eine universelle Bildung für alle, die notwendige Übereinstimmung von Vernunft und Religion und viele weitere wurde er von den religiösen und weltlichen Machthabern Seiner Zeit ein Leben lang bedroht, angegriffen, verhöhnt, enteignet, verfolgt, in Ketten gelegt, gefoltert, verbannt und als Gefangener gehalten. Trotz all dieser widrigen Umstände hinterließ Bahá'u'lláh ein Meer an Versen der Weisheit und der Liebe für die Menschheit, die gleiche Weisheit und Liebe die Er in Seinem unvergleichlichen Leben zum Ausdruck brachte. In Seinen Schriften skizziert Bahá'u'lláh ein Rahmenwerk für die Entwicklung einer globalen Zivilisation, die sowohl die geistige als auch die materielle Dimension des menschlichen Lebens im Blick hat. Weltweit lernen Millionen von Menschen aller sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründe, Seine Lehren für ihr individuelles und kollektives Leben zur Besserung der Welt umzusetzen.

 

"Die Altehrwürdige Schönheit hat eingewilligt, in Ketten gelegt zu werden, damit die Menschheit aus ihrer Knechtschaft erlöst werde, und hat es hingenommen, zum Gefangenen in dieser mächtigsten Festung zu werden, damit die ganze Welt wahre Freiheit gewinne. Er hat den Kelch des Leidens bis zur Neige geleert, damit alle Völker der Welt immerwährende Freude gewinnen und von Fröhlichkeit erfüllt werden. Dies gehört zur Barmherzigkeit eures Herrn, des Mitleidvollen, des Barmherzigsten. Wir nehmen es hin, erniedrigt zu werden, ...damit ihr erhoben werdet, und dulden mannigfache Leiden, damit ihr blühet und gedeihet..."